Chronik

Samariterverein Altstätten  (SVA)

Eigentlich könnte der SVA im Jahr 2010 sein hundertjähriges Jubiläum feiern, exisitert doch ein Kassabuch des SVA aus dem Jahr 1910. Leider sind keine Protokolle aus dieser Zeit vorhanden. Wahrscheinlich wurde der Verein in den Zwanzigerjahren aufgelöst. Erst 1939, kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs, fand die Neugründung statt.

Während des Krieges hatten die Mitglieder des SVA verschiedene Aufgaben zu übernehmen:

  • Betreuung und Unterhalt der Krankenzimmer für Soldaten
  • Durchführung verschiedener Sammlungen
  • Kriegsfürsorge und –reserve für Lazarette
  • Mithilfe beim Luftschutz und bei der Ortswehr

Der Verein hatte in der Kriegszeit rund 50 Mitglieder.
Nach Kriegsende änderten sich auch die Aufgaben des SVA:

  • Sanitätsdienst bei Festanlässen wie Turn-, Gesangs-, Reit-, Städtli- und Studentenfeste, Skirennen (!)
  • Kurse für Autofahrer

Die Mitgliederzahl schrumpfte in den 50-er-Jahren auf 23 Mitglieder: 22 Frauen und 1 Mann…. Damals kannte man den Begriff „Samariterlehrer“ noch nicht. Die Kurse und die Übungen wurden vom „Samariter-Hilfslehrer“ geleitet, der aber eine spezielle Ausbildung absolvieren musste. Für Altstätten übernahm Josef Brocker diese Aufgabe. Sämtliche Dienste geschahen ehrenamtlich und ohne Entschädigung. Erst 1966 wurde der Samariterlehrer eingeführt.

1964 schaffte der SVA ein Zelt an, das für den Sanitätsdienst verwendet wurde.

1972 stellte der SVA im Spital Altstätten Pikettdienstgruppen. Sie wurden beim Ausrücken mit Ernstfällen konfrontiert. Welch ein Unterschied zu den Übungen!

1974 übernahm der SVA im Auftrag der Tuberkuloseliga die Betreuung der Asthmakranken. Er stellte die Geräte für die Therapien in den Gemeinde Altstätten, Oberriet und Rüthi zur Verfügung. Bis 1975 fanden die monatlichen Übungen in ein bis zwei Schulzimmern im Schulhaus Bild statt. Bis 2006 waren der Materialraum im Luftschutzkeller und das Übungslokal im Gemeinschaftsraum im Schulhaus Schöntal untergebracht. Nach der Erweiterung des Werkhofs Lüchingen konnte der SVA ab 2006 dort einen praktisch eingerichteten Materialraum beziehen. Der grosse Mehrzweckraum ist hervorragend für die Übungen geeignet.

Seit Dezember 1987 steht dem SVA ein Postenwagen zur Verfügung. Josef Brocker opferte ungezählte Stunden seiner Freizeit, um ihn optimal für die Bedürfnisse auszubauen und einzurichten. Im Mai 1987 wurde er feierlich eingeweiht. Unser Wagen ist in einer Garage der Stadt am Stossplatz untergebracht und wird von der Feuerwehr zu den Einsatzorten gebracht.

Anfänglich erteilte der SVA jährlich 5-6 und später 2-3 Nothilfekurse und alle 3 Jahre einen Samariterkurs. Im Laufe der Zeit kamen weitere Spezialkurse dazu, z.B. Notfälle bei Kleinkindern, Reanimation usw.

Heute können Absolventen eines Nothilfekurses Mitglieder des SVA werden.